Mensch und Tier
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Tellington TTouch Training
Österreichischer Retrieverclub Landesgruppe NÖ
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Hundeverhalten
•Allgemein •Calming Signals •Drohgebärden •Stress
Beruhigungssignale - Calming Signals

MIT DEN AUGEN

• blinzeln, zwinkern, Blick verkürzen, auf die Seite schauen (ohne den Kopf zu bewegen)

Verwendet der Hund in für ihn sehr bedrohlichen Situationen, in denen er es vorzieht, stocksteif stehen zu bleiben.

Vom Menschen selbst anwendbar gegenüber angriffsbereiten Hunden, bei denen jede Bewegung den Angriff auslösen könnte.

ABWENDEN

Kopf abwenden, Körper teilweise abwenden, Körper ganz abwenden (Breitseite zeigen), Rücken zuwenden, Bogen gehen

Kopf abwenden: Hund zeigt, dass er sich unwohl fühlt, z.B.
• ein anderer Hund nähert sich zu rasch
• als Antwort auf ein anderes CS
• während man Hund umarmt, hochhebt oder sich über ihn beugt

Vom Menschen kann es verwendet werden, während man sich einem unsicheren Hund nähert; auch bei Hunden, die bellen oder knurren.

Körper teilweise/ganz abwenden: Die Seite oder das Hinterteil/Rücken zuzuwenden ist ein sehr starkes CS. Meist wird zuerst ein anderes Signal verwendet, hat es nicht funktioniert, wendet sich der Hund ab. Oft wird es auch gezeigt, wenn jemand plötzlich erscheint oder schnell auf den Hund zugeht/zugegangen ist. Hund dreht sich mit Rücken zu Person, zeigt völliges Desinteresse.

Vom Menschen kann es verwendet werden, wenn ein Hund hochspringt, man dreht ihm den Rücken zu und zeigt damit ein ganz starkes CS, nicht vergessen den Hund zu loben, wenn er danach nicht mehr hochspringt.

Bogen gehen: um sich nicht frontal zu begegnen, verändern Hunde die Richtung ein wenig oder auch mehr. Dies verhindert, dass sich der jeweils andere provoziert fühlt.

Dies ist auch der Grund, warum Hunde so unsicher und verteidigungsbereit sind, wenn wir sie zwingen geradewegs an einem anderen Hund vorbeizugehen (Fuß-Position). Erlaubt man dem Hund einen kleinen Bogen (den man durch gezieltes Training sehr klein werden lassen kann) oder ermöglicht ihm einen Wechsel auf unsere andere Körperseite, wird die Situation wesentlich ruhiger ablaufen .

Vom Menschen kann das Bogen gehen bei der Annäherung an einen Hund verwendet werden. Auch bei uns heißt es doch „Da mache ich lieber einen Bogen herum“.

HINSETZEN / HINLEGEN

Dies sind 2 sehr starke CS, die durch gleichzeitiges Abwenden noch verstärkt werden können.

Vom Menschen kann hinsetzen oder aufs Sofa legen auch als CS verwendet werden, der Hund wird sich dann auch viel schneller entspannen.

LANGSAME BEWEGUNGEN / ERSTARREN

Je langsamer der Hund sich bewegt, desto stärker wird der beruhigende Effekt.
Eine Kombination mit allen anderen CS, die eine Bewegung in sich haben, ist möglich. Hunde reagieren sehr sensibel auf Geschwindigkeit.

Auch als Mensch kann ich mich langsam bewegen, um z.B. eine Hundebegegnung zu entspannen.

Erstarren: Ganz starke Beruhigungswirkung sowohl im Stehen, Sitzen und Liegen, Hund lässt in erstarrter Position die Situation an sich vorbei gehen, verhält sich vollkommen passiv.

Hunde, die beim Training erstarren, zeigen damit keinen Trotz oder Dominanz, sondern signalisieren uns, dass die Situation auf sie bedrohlich wirkt. Man sollte dann versuchen seine Stimmlage (Ärger) oder Körperhaltung (drüber beugen) oder auch Trainingsanordnung (zu eng) zu überdenken und entsprechend zu verändern, um dem Hund ein stressfreies Training zu ermöglichen.

MIT DEM MAUL / ZUNGE

Schmatzen, die Nase lecken, gähnen, lächeln

Nase lecken: eine sehr schnelle Zungenbewegung, in der Regel bis zur Nase. Vom Menschen kann es natürlich auch verwendet werden. Es reicht, wenn man mit der Zunge kurz über die Lippen schleckt.

Gähnen: Zeigt beim Hund nur selten Müdigkeit an, sondern wird als Beruhigung für andere oder auch für den Hund selbst verwendet.

Vom Menschen kann das Gähnen leicht verwendet werden, um hektische Situationen im Alltag/zwischen Hunden zu entspannen (je lauter das Atemgeräusch desto beruhigender).

SPLITTEN

Ein Gedränge oder eine zu enge Situation führt oft zu Konflikten, das Splitten verhindert diese. Dabei stellt sich ein dritter Hund in neutraler Körperhaltung zwischen die zwei Kontrahenten und ermöglicht es ihnen, sich aus der Situation zurückzuziehen.
Es hat also nichts mit Eifersucht zu tun, wenn sich ein Hund bei einer Umarmung zwischen die Menschen drängt, er versucht nur die für ihn bedrohlich wirkende Situation zu beruhigen.

Auch Menschen können splitten, sich also zwischen 2 Hunde stellen oder sogar als Mauer aus mehreren Personen den Hunden helfen, nicht aneinander zu geraten.

Weitere Beruhigungssignale sind:
Pfote heben, Vorderkörpertiefstellung, Welpenverhalten zeigen, deutliche Spielaufforderung, tief wedeln, sich schütteln

URINIEREN

Dieses Verhalten hat 4 Aufgaben:
• Revier markieren, Sozialinformation hinterlassen
• Stressabbau
• Stärkung des Gemeinschaftsgefühls im Rudel, egal wer anfängt
• Beruhigungssignal

SCHNÜFFELN

Dieses Verhalten hat 2 Aufgaben
• Beruhigungssignal
• sozialer Informationsaustausch

WEDELN

Ein hohes Schweifwedeln zeigt an, dass der Hund noch unentschieden/unsicher ist, was er machen soll. Hört ein Hund auf zu wedeln, hat er sich entschieden, wie er sich verhalten wird – Angriff / Flucht / Spiel / Erstarren.
Hunde, die sich ihrer Position und ihres Verhalten sicher sind, wedeln selten oder gar nicht.
Tiefes Wedeln dient dagegen als Beruhigungssignal.

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Calming Signal Spiel Aufforderung Zoë bei einer Spiel Aufforderung
Calming Signal Schnüffeln Schnüffeln kann ein starkes Calming Signal sein
Calming Signal Wegschauen Auch Wegschauen beruhigt enorm
Calming Signal Gähnen Gähnen dient der eigenen Beruhigung und auch der Beruhigung anderer